Ein Ledersofa ist nicht nur irgendein austauschbares Möbelstück. Es ist oft der Mittelpunkt des Raumes. Es sieht nicht nur schön aus, sondern bietet auch eine gemütliche Sitzgelegenheit. An einem verregneten Nachmittag mit einem spannenden Buch in der Hand, oder am Abend mit der Familie vor dem Fernseher: Eine schöne Ledercouch bringt durchaus Freude in das Leben. Allerdings ist ein Sofa nicht gleich Sofa. Es gibt viele verschiedene Arten der Sitzgelegenheit und unterschiedliche Oberflächen. Auch bei der Pflege gibt es so einige Dinge zu beachten.
Inhalt
- Was macht eine Ledercouch so besonders?
- Ledercouch, was für Unterschiede existieren?
- Welche Arten von Ledercouches gibt es?
- Ledersofa kaufen, welche Oberflächen sind erhältlich?
- Bezüge aus Kunstleder
- Wie wird die Ledercouch am besten gepflegt?
- Welche Ledercouch passt zu welchem Wohnstil?
Was macht eine Ledercouch so besonders?
- Eine Ledercouch ist zeitlos. Ledersofas gab es schon vor hunderten von Jahren und wird es in Zukunft auch weiterhin geben. Im Gegensatz zu Stoff strahlt Leder einen edlen Charme aus. Abgerundet wird das Aussehen der Ledersofas von einem eleganten Design. Auch nutzt sich Leder über die Zeit hinweg nicht sehr stark ab. Im Gegenteil sogar! Leder verändert sich mit der Zeit und erhält eine dunklere Farbe, ohne dabei seine Strapazierfähigkeit zu verlieren. Es besitzt eine höhere Reißfestigkeit als Stoffbezüge.
- Auch vom Sitzgefühl her hat eine Couch aus Leder die Nase vorn. Bei Stoffbezügen sammelt sich gerade an warmen Tagen Schweiß an, wodurch nach einiger Zeit ein unangenehmes Gefühl erzeugt wird. Bei längerem Kontakt mit nackter Haut kann so auch ein Ausschlag entstehen. Echtes Leder ist dagegen atmungsaktiv und passt sich natürlich der Körpertemperatur an. Dadurch fühlt es sich zwar warm an, aber der Schweiß kann trotzdem abtransportiert werden.
- Die versiegelte Oberfläche ist der wohl größte Vorteil. Zum einem saugt sich Leder nicht so schnell mit Flüssigkeit voll, weshalb beispielsweise ein verschüttetes Glas Wein kein Grund zur Sorge ist. Zum anderen können sich im Sitzpolster keine Staubmilben ansiedeln. Vor allem Allergiker sollten deshalb ein Ledersofa kaufen.
Ledercouch, was für Unterschiede existieren?
- Natürliches Leder wird aus der Haut von diversen Tieren hergestellt. Zu den beliebtesten Ausgangsmaterialien gehören unter anderem Rinder- und Schafhaut. Die Haut wird in Gerbereien getrocknet und mit speziellen Gerbstoffen behandelt. Danach wird das Leder geschliffen und eingefärbt (pigmentiert). Dieser Vorgang ist sehr zeitintensiv und kann einige Wochen bis hin zu Monaten dauern. Dadurch ist echtes Leder deutlich teurer als das künstliche Gegenstück.
- Kunstleder besteht aus natürlichen und künstlich hergestellten Mikrofasern. Diese werden mit einem Kunststoff überzogen, um die Oberfläche von echtem Leder zu imitieren. Früher wurde dafür PVC verwendet. In der Regel aber benutzen die Hersteller heutzutage Polyurethan. Kunstleder lässt sich inzwischen kaum noch von echtem Leder unterscheiden. Aufschluss können höchstens die Schnittkanten geben, welche bei der künstlichen Variante sehr gleichmäßig sind. Selbst die normalerweise so typischen Narbenstrukturen auf dem Leder kann Kunstleder inzwischen problemlos imitieren.
Welche Arten von Ledercouches gibt es?
Sämtliche Sofas können in der Regel sowohl mit Textilbezügen als auch mit Leder- und Kunstlederbezügen ausgestattet werden. Zu den gängigsten Sofamodellen gehören unter anderem:
Einzelsofas | Ecksofas | Couchgarnitur | Wohnlandschaft | Schlafsofas | Recamieren |
- Einzelsessel oder mit mehreren Sitzplätzen erhältlich
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- L-förmig
- Platzsparend durch Platzierung in der Ecke
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- Bestehend aus mehreren Einzelsofas
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- Geeignet für große Räume
- Große Sitzflächen
- L-oder U-förmig
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- Verwandlung zum Bett, mit wenigen Handgriffen
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- Mischung aus Bett und Sofa
- Verkürzte Armlehnen
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Falls Sie ein Ledersofa kaufen möchten, dann sollten Sie unbedingt auf die Rückenlehnen und Kopfstützen achten. Einige Sofas besitzen eine Relax-Funktion, mit der Sie diese zurückstellen können, um die Couch in einen Liegesessel umzuwandeln.
Ledersofa kaufen, welche Oberflächen sind erhältlich?
Im Grunde genommen können Sie aus einer glatten und rauen Oberfläche bei Ledersofas auswählen. Von welchem Tier das Leder stammte, ist in vielen Fällen eher nebensächlich, da die meisten Oberflächenarten für alle Ledersorten gelten:
- Glattes Leder: Dies ist die simpelste und auch am einfachsten zu pflegende Lederoberfläche. Glattes Leder wird meistens aus Rinderhaut hergestellt und ist sehr langlebig. Häufig wird es auch mit Mustern versehen und eingefärbt. Falls das Leder mit einer zusätzlichen Schutzschicht ausgestattet ist, die Flüssigkeiten abperlen lässt, dann spricht man von einem gedeckten Glattleder. Glattes Leder eignet sich für Sie, falls Sie Kinder oder Haustiere im Haus haben.
- Rauleder (auch als Nubuk- oder Veloursleder bezeichnet): Rauleder ist in einem Raum ein echter Blickfänger. Durch die raue Oberfläche wirkt es edel und einzigartig. Die Oberfläche fühlt sich samtig an und ist besonders atmungsaktiv. Dafür ist es auch deutlich pflegeintensiver und empfindlicher für Beschädigungen. Kinder und Haustiere sollten deshalb auf diesen empfindlichen Oberflächen nicht spielen. Eine Ausnahme gibt es hierbei allerdings, wenn das Leder mit Polyurethan versiegelt wurde.
- Anilinleder: Hierbei handelt es sich um ein Glattleder, welches keine pigmenthaltige Oberflächenfärbung besitzt. Auf diesem Leder können Sie noch sehr gut die ursprüngliche Struktur der Tierhaut erkennen. Anilinleder wird nur aus absolut makellosen Tierhäuten hergestellt, weshalb der Preis für dieses Leder sehr hoch ist. Falls es mit einer dünnen Schutzschicht ausgestattet ist, dann spricht man von einem Semi-Anilinleder.
- Vintage-Leder: Das abgenutzte und teilweise schäbige Aussehen ist bei dieser Sorte absolut gewollt. Mit Ölen, Fetten und Wachsen wird Vintage-Leder auf alt getrimmt. Kratzer, Risse und andere Schäden gehören ebenfalls zum typischen Aussehen. Vintage-Leder verwendet als Ausgangsmaterial häufig ganz normales Glatt- oder Rauleder.
- PU-Leder: Wenn Leder mit einer speziellen Folie aus Polyurethan versehen wird, dann spricht man von einem PU-Leder. Durch die Folie ist eine Vielzahl von Färbungen und besonderen Mustern möglich. Aufgrund der Verwendung von Spaltleder ist der Preis sehr günstig. Nachteilig ist allerdings die fehlende Atmungsaktivität. Zudem klebt PU-Leder auf der nackten Haut und passt sich erst sehr langsam der Körpertemperatur an.
Bezüge aus Kunstleder
Kunstleder stellt hier einen Sonderfall dar, da es durch Kunststoffe möglich ist all diese Oberflächen zu simulieren. Dieses wird im Normalfall mit einem Kunststoff überzogen. Wenn Sie ein Ledersofa kaufen und dabei trotzdem auf Kunstleder verzichten wollen, dann gibt es einige pflanzliche Alternativen:
- Korkleder: Das Ausgangsmaterial ist dasselbe, wie bei Flaschenkorken. Dafür werden Korkplatten aufeinander geklebt, in dünne Scheiben geschnitten und dann auf einem Trägermaterial fixiert. Je nach Träger entstehen dadurch unterschiedliche Muster. Das Korkleder ist robust, wasserabweisend und fühlt sich in der Hand gut an. Jedoch kostet es meistens mehr als echtes Leder oder Kunstleder.
- Ananasleder: Dieses Leder wird aus den Blättern des Ananasbaumes hergestellt und heißt Piñatex. Es ist wie echtes Leder wasserabweisend und atmungsaktiv.
Wie wird die Ledercouch am besten gepflegt?
Eine Ledercouch bringt nicht nur viel Freude, sondern bedarf auch Pflege. Um an Ihrem neuen Ledersofa möglichst lange Freude zu haben, haben wir im Folgenden die besten Pflegetipps für Sie zusammengestellt.
- 1. Bitte keine Sonne!
Die UV-Strahlung zerstört im Laufe der Zeit die Oberfläche des Leders und bleicht die Farbe aus. Zudem zieht sich das Leder bei allzu starker Hitzeentwicklung zusammen, wodurch Risse im Material entstehen. Ledersofas sollten deshalb im Wohnzimmer möglichst weit weg vom Fenster platziert werden. Auch sollten Sie mit dem Sofa eine gewisse Distanz zu Heizkörpern einhalten.
- 2. Bitte Das richtige Klima ist wichtig
Zu viel Feuchtigkeit und eine zu hohe Temperatur begünstigen den Pilzbefall der Polsterung und des Holzgestells. Eine zu trockene Luft entzieht dem Leder Wasser und lässt es schrumpfen. Die optimale Zimmertemperatur liegt zwischen 17 und 21 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50%.
- 3. Bitte Regelmäßiges Entstauben ist Pflicht
Leder eignet sich zwar für Allergiker, da sich Staubmilben nicht in der Polsterung ansiedeln können. Jedoch ist es trotzdem nötig die Bezüge mehrfach in der Woche abzuwischen. Der Staub kann sich in den Nähten und in kleineren Ritzen ansammeln. Das Leder wird dadurch weniger atmungsaktiv und trocknet unter Umständen sogar aus. Dadurch geht die Geschmeidigkeit verloren und es können eventuell kleine Risse entstehen. Für die Reinigung eignet sich ein trockenes oder leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch.
Kleine Flecken entfernen
Obwohl durch die Versiegelung kaum Flüssigkeit in das Leder eindringen kann, sollten Sie trotzdem diese schnellstmöglich entfernen. Mit der Zeit können diese die Versiegelung durchdringen und so tief in das Material einziehen.
Für Glattleder reicht ein mit destilliertem Wasser angefeuchtetes Tuch vollkommen aus. Auf Leitungswasser sollten Sie verzichten, da dieses Kalkspuren hinterlässt. Wichtig ist es, dass Sie dabei keine oder PH-neutrale Seife benutzen. Ansonsten wird das Leder angegriffen. Auch sollten Sie immer mit einem trockenen Tuch sämtliche Reste von Wasser entfernen, um Wasserflecken auf dem Leder zu vermeiden.
Bei Rauleder eignet sich ein weicher und farbloser Radiergummi für die Entfernung von Flecken. Reiben Sie mit diesem vorsichtig auf der betroffenen Stelle, bis der Fleck entfernt ist.
Auf die Imprägnierung kommt es an
Damit das Leder auch weiterhin seine Versiegelung aufrechterhalten kann, müssen Sie Ihre Ledercouch regelmäßig imprägnieren. Dafür eignet sich spezielles Lederfett. Zum einem imprägniert es das Leder und zum anderem sorgt es dafür, dass das Material wieder im alten Glanz erstrahlt.
Pflege-Balsam für die Ledercouch
Neben der Imprägnierung ist auch der Tiefenschutz wichtig für das Material. Spezielle Pflege-Balsame für Leder halten es geschmeidig und weich.
Welche Ledercouch passt zu welchem Wohnstil?
Ein Ledersofa soll sich in das Gesamtbild eines Zimmers fugenlos einfügen und nicht störend herausstechen. Aus diesem Grund eignen sich nicht alle Sofas für jeden Wohnstil.
Der skandinavische Stil
Lässig, praktisch und ohne viel Glanz. Der skandinavische Stil orientiert sich hauptsächlich an einem möglichst natürlichen Aussehen. Komfort und Gemütlichkeit stehen hier deutlich im Vordergrund. Möbel bestehen meistens komplett aus Holz und besitzen eine möglichst helle Farbe. Glatt- und Rauleder sind als Bezug für Sofas besonders beliebt. Sofaecken und Einzelsofas dominieren für gewöhnlich das Bild in einem skandinavisch eingerichteten Wohnzimmer.
Allzu prunkvolle Sofas würden hier störend ins Auge fallen. Simple Muster auf dem Leder genügen hier vollkommen als zusätzliche Dekoration.
Sofas im Landhausstil
Hier muss zunächst zwischen dem französischen, skandinavischen und dem britischen/amerikanischen Landhausstil unterschieden werden. Beim ersteren werden die Akzente mit hellen Farben gesetzt.
- Der französische Landhausstil baut sich auf Romantik mit eleganten Formen auf. Ein Récamieren-Sofa mit einem Bezug aus hellem Glattleder würde hier perfekt hineinpassen.
- Der skandinavische Landhausstil sorgt mit rustikalen Elementen für ein simples Wohlfühlen. Die Inneneinrichtung erscheint gröber und aus einfachen Materialien gemacht, ohne dass es allzu billig wirkt. Die Sofas sind bunt und stechen in der Regel mit ihren eindrucksvollen Mustern sofort heraus. Möbel aus Massivholz passen hierbei gut zur Ledercouch.
- Der britische/amerikanische Landhausstil setzt hingegen auf eher dunkle Farben. Die Inneneinrichtung soll von Macht, Wohlstand und einer langen Tradition zeugen. Möbel erscheinen eher wuchtiger und sehen so aus, als ob sie schon seit mehr als hundert Jahren schon existieren würde. Schlafsofas finden Sie hier eher selten. Dafür sind Einzelsessel und Sofas eher typisch für diesen Stil. Diese stehen nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch in der Bibliothek und vor dem Kamin/Ofen. Couchgarnituren passen hier wunderbar in die Räume. Sie sollten hier vor allem dunkles Vintage-Leder für Ihre Ledercouch auswählen. In Verbindung mit einer dunklen Tapete und ähnlichen alten Möbeln bekommen Sie ein ungefähres Gefühl vom Haus eines alteingesessenen Adligen.
Der moderne Stil für die Ledercouch
Der moderne Stil definiert sich durch sein minimalistisches Aussehen. Es gibt klaren Formen und Kanten. Statt Prunk finden Sie hier Eleganz vor. Helle Farben sorgen für Lebensfreude, aber auch dunkle Töne können hier einen Kontrast bilden. Schlafsofas sind typisch für den modernen Stil, der auch auf Multifunktionalität setzt. Eine Wohnlandschaft stellt hier oft den Mittelpunkt und Treffpunkt einer Familie dar.
Die Sofas bestehen hier hauptsächlich aus Anilinleder, Glattleder und Rauleder. Aber auch Kunstleder wird aufgrund des modernen Umweltbewusstseins gerne genommen. Vervollständigt werden die Sofas in der Regel mit niedrigen Tischen aus Glas mit schmalen Füßen.